Werder Bremen Anorthosis Famagusta 0:0

Champions League Saison 2008/09, 1. Spieltag, 16.09., Gruppe B, Werder Bremen kommt im Heimspiel gegen Anorthosis Famagusta nicht über ein 0:0 hinaus. Beide Bremer Sporttageszeitungen, Weser Kurier und Bild, schreiben auf ihren Titelseiten von einer Blamage.

Ich war im Stadion und möchte zwei Beobachtungen festhalten.

1. Es gibt neben den vielen Freuden des Fantums ganz sicher auch eine ganze Reihe von Leiden. Zum Beispiel: so manches Gegentor, oder: eine Mannschaft gibt sich auf. Nachdem Werder x Chancen heraus gespielt und vergeben hatte, ein Tor aber lange nur eine Frage der Zeit schien, zerfiel die Mannschaft im Laufe der zweiten Halbzeit. Sie hörte ganz einfach auf, eine Mannschaft zu sein, also zusammen zu spielen. Für mich als Fan war das unangenehmer als die fehlenden Tore.

2. Ich frage mich, wie Fußballspiele gesehen und erlebt werden. Gestern habe ich an mir beobachtet, dass man Spiele quasi als Begleitung eines bestimmten Spielers erleben kann. Man blickt auf ihn. Man fühlt - vermeintlich - mit ihm. Mein Spieler war gestern Mesut Özil, der zunächst so raffiniert spielte, wie man das kennt und erwartet und wofür man ihn liebt. Später erschien er mir isoliert; er winkte immer wieder da vorne auf der linken Halbposition - und bekam kaum Bälle. Und dann spielte er jede Menge Fehlpässe. Viele Ballverluste. Einmal habe ich gesehen, wie sich Thorsten Frings, der Kapitän, furchtbar über einen Ballverlust Özils aufregte. Beides, der Ballverlust und der Ärger zeigen aus meiner Sicht an, dass die Mannschaft da schon auseinandergefallen war. Aber Frings Schimpferei hat das womöglich noch befördert.

jochen, zuletzt bearbeitet am 18. September 2008 um 13:40

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