Ein Interview, das ich mit der verantwortlichen Lehrerin, Frau Rupprecht, über das Einschulungsverfahren an der Waldorfschule Bremen Touler Straße geführt habe, ein Elternbeitrag zur Selbstverwaltungsarbeit der Schule, ist jetzt online. Ich habe das gerne gemacht, weil sich Frau Rupprecht im Gespräch nicht versteckt.
admin, zuletzt bearbeitet am 1. Februar 2009 um 20:50
“If I was getting neoclassicism from Joy Division, then I was getting Nietzsche from Bowie, constructivism from Kraftwerk, Camus from The Cure. In a way, we intellectually-minded teenagers of that time were the last modernists, with our pop art and our Penguin Classics paperbacks; the very last generation that could read a novel by Sartre and still think it might hold the key. Just a few years later Joy Division had turned into New Order, I was studying Communications and reading Barthes, and the paradigm had irrevocably changed.”
Hugo Wilcken, The Wire 299, Januar 2009, S. 90.
admin, zuletzt bearbeitet am 20. Januar 2009 um 08:50
Im Sommersemester 2009 biete ich an der Universität Basel im Fach Medienwissenschaft ein Seminar über Roland Barthes an: Lust und Last der Zeichen.
Barthes ist einer der einflussreichsten Medienwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Er ist ein Zeichentheoretiker und wird der geisteswissenschaftlichen Strömung des Poststrukturalismus zugerechnet. Interessant ist, dass er nicht einen einzelnen Begriff vom Zeichen hat, sondern zwischen verschiedenen Formen des Bedeutens unterscheidet. So etwa indem er differenziert zwischen “entgegenkommendem” und “stumpfem” Sinn, “Genotext” und “Phänotext”, “studium” und “punctum”.
Seine theoretischen Überlegungen resultieren aus der Beschäftigung mit Gegenständen der Alltagswirklichkeit und der Kunst, insbesondere der Musik der Romantik und der Fotografie. Als besonders gelungen gilt seine Untersuchung über die “Mythen des Alltags” von 1957. Als kompliziert, aber wegweisend, ist seine Studie “Die Sprache der Mode” (1967) einzuschätzen. Irritiert hat er sein Publikum mit “Das Reich der Zeichen” (1970), einer Auseinandersetzung mit der japanischen Kultur, und mit “Die Lust am Text” (1973), in dessen Mittelpunkt nicht der Sinn, sondern tatsächlich ein Genießen des Schreibens/Lesens steht.
Wir lesen die zentralen Arbeiten von Barthes in Auszügen, arbeiten seine Begriffe heraus und verfolgen, wie sich seine Interessen und Begrifflichkeiten im Laufe der Zeit verfeinert bzw. gewandelt haben.
jochen, zuletzt bearbeitet am 20. Januar 2009 um 19:48
Im kommenden Sommersemester biete ich im Studiengang Soziologie an der Universität Basel ein Seminar zum Thema Pop als soziales Phänomen - Popmusikforschung zwischen Cultural Studies und Systemtheorie an.
Anlage des Seminars: Popkulturelle Phänomene wurden in der Kultursoziologie und in benachbarten wissenschaftlichen Feldern - wie den Cultural Studies, der empirischen Kulturwissenschaft, auch der Literaturwissenschaft - in ganz verschiedene Perspektiven gesetzt und damit auch auf ganz unterschiedliche Begriffe gebracht. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit einigen kanonischen Studien, die zwischen 1965 und heute veröffentlicht wurden. Auf diese Weise wird in der Lektüre der Klassiker der Popkulturforschung auch ihre Ideen- und Begriffsgeschichte erarbeitet. Nicht zuletzt geht es ausserdem darum, eine Vorstellung von der Geschichte der Popkultur und den Besonderheiten, die sie zu den jeweiligen Zeitpunkten kennzeichnete, zu entfalten.
Die Ziele: Die Studierenden werden mit kanonischen Texten der Popkulturforschung vertraut. Sie erfahren, mit welchen Forschungsansätzen und Begriffen die Popkultur bislang als ein soziales Phänomen wissenschaftlich untersucht und beschrieben wurde. Sie werden so befähigt, die verschiedenen Perspektiven auf die Popkultur zu reflektieren und fundierte Einschätzungen abzugeben, welches begriffliche Instrumentarium zur Untersuchung spezifischer Aspekte im Bereich der Kultursoziologie besonders oder weniger geeignet sind.
Darüber hinaus bekommen die Studierenden eine Vorstellung von der Geschichte des Pop zwischen 1950 und der Gegenwart.
Literatur:
Gilbert, Jeremy; Pearson, Ewan (1999): Discographies. Dance Music, Culture And The Politics Of Sound.
Hebdige, Dick (1979): Subculture. The Meaning Of Style, London: Routledge.
McRobbie, Angela (1990): Feminism And Youth Culture. From Jackie To Just Seventeen, London: Routledge.
Thornton, Sarah (1995): Club Cultures. Music, Media And Subcultural Capital, Cambridge: Polity Press.
Willis, Paul (1978): Profane Culture, London: Routledge.
Und mehr.
jochen, zuletzt bearbeitet am 12. Januar 2009 um 14:54
Vom 26.-28.02.2009 findet an der Akademie der Künste in Berlin das Festival Re-* Recycling_Sampling_Jamming statt. Ich halte dort am Samstagvormittag einen Vortrag mit dem Titel Re-Welt. Sampling als Kulturtechnik zur Hervorbringung von Atmosphären und Subjekten.
admin, zuletzt bearbeitet am 9. Januar 2009 um 09:16
In den Lesercharts zum Jahr 2008 gibt es zwischen den Lesern von SPEX und GROOVE nur die minimale Schnittmenge von zwei Alben - unter zwanzig Stück. Das ist nicht viel.
Auch interessant ist, dass es sich um zwei Alben zweier Projekte handelt, die als paradigmatisch für eine zeitgenössische integrative Ästhetik gelten dürfen: Flying Lotus und Hot Chip.
Über Pop-Öffentlichkeit zu reden, heisst aus meiner Sicht, sich für integrative Ästhetiken stark zu machen. Das ist eine Idee meiner Russell-Mania.
(Noch ein Nachtrag: Dir und Euch und Ihnen alles Gute für 2009!)
admin, zuletzt bearbeitet am 6. Januar 2009 um 18:40
Diedrich Diederichsen schreibt heute, Freitag 2.1.2009, in der SZ für eine Pop-Öffentlichkeit, welche die Grenzen zwischen kleinteiligen Milieus innerhalb des “Öko-Systems Pop” überschreitet, die Milieus verbindet und auf dieser Grundlage dem besonderen Charakter der Popmusik gerecht zu werden vermag: mehr als Musik zu sein. Auch eine Verdichtung von Gesellschaft, Ideen, Politik, Genießen.
Anlaß dieser Wortmeldung Diedrich Diederichsens ist die drohende Absetzung der Radiosendung von Klaus Walter auf hr3. Mich als Bremer erinnert das freilich an das Schicksal von Pinky Rose.
Ich denke aber auch: Das ist eben gerade die einschneidende Veränderung in der Popkultur der vergangenen dreißig Jahre - die gemeinsame, eine geteilte Öffentlichkeit wird weniger gelebt innerhalb der Pop-Kosmen und die Bezugnahme auf die Gesellschaft als ganzer, als Situation, hat sich auch gelockert. Das heisst aber nicht, diese - und das Soziale überhaupt - sei aus dem zeitgenössischen Pop verschwunden. Der verursacht in seinen Subjekten nachwievor Welten. Aber solange diese sich nicht wirklich berühren, nutzt das Rufen nach einer gemeinsame Pop-Öffentlichkeit nichts. Die müsste schon da sein, um sich auch im Radio behaupten zu können. Ist sie aber nicht. Ist sie wohl nicht.
Wir leben in einer grundlegend anderen Kultur als vor dreißig Jahren.
admin, zuletzt bearbeitet am 2. Januar 2009 um 20:18