Pop-Öffentlichkeit zwischen den Milieus und Generationen

Diedrich Diederichsen schreibt heute, Freitag 2.1.2009, in der SZ für eine Pop-Öffentlichkeit, welche die Grenzen zwischen kleinteiligen Milieus innerhalb des “Öko-Systems Pop” überschreitet, die Milieus verbindet und auf dieser Grundlage dem besonderen Charakter der Popmusik gerecht zu werden vermag: mehr als Musik zu sein. Auch eine Verdichtung von Gesellschaft, Ideen, Politik, Genießen.

Anlaß dieser Wortmeldung Diedrich Diederichsens ist die drohende Absetzung der Radiosendung von Klaus Walter auf hr3. Mich als Bremer erinnert das freilich an das  Schicksal von Pinky Rose.

Ich denke aber auch: Das ist eben gerade die einschneidende Veränderung in der Popkultur der vergangenen dreißig Jahre - die gemeinsame, eine geteilte Öffentlichkeit wird weniger gelebt innerhalb der Pop-Kosmen und die Bezugnahme auf die Gesellschaft als ganzer, als Situation, hat sich auch gelockert. Das heisst aber nicht, diese - und das Soziale überhaupt - sei aus dem zeitgenössischen Pop verschwunden. Der verursacht in seinen Subjekten nachwievor Welten. Aber solange diese sich nicht wirklich berühren, nutzt das Rufen nach einer gemeinsame Pop-Öffentlichkeit nichts. Die müsste schon da sein, um sich auch im Radio behaupten zu können. Ist sie aber nicht. Ist sie wohl nicht.

Wir leben in einer grundlegend anderen Kultur als vor dreißig Jahren.

admin, zuletzt bearbeitet am 2. Januar 2009 um 20:18

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