Ein einwöchiger Kurs an der Hochschule der Künste Bern, in dem elf Studentinnen aus Fächern wie der Musik, dem literarischen Schreiben, dem Jazz, der Konservation, gemeinsam mit mir folgende Konzeptionen / Begriffe erarbeiteten: Habitus (Bourdieu), Performance / Performativität (Fischer-Lichte), Atmosphäre (Böhme), Netzwerk, Akteure, Programm, Assoziation etc. (Latour), Globalisierung als kombiniertes Phänomen von elektronischen Medien und Migration (Appadurai).
Vormittags haben wir gelesen, nachmittags diskutiert und im Anschluß die Begriffe in individuellen Interessens- und Arbeitsgebieten angewandt.
Die folgenden Fotos geben einen Einblick in diese sehr produktive Arbeitswoche.















Ein von der Studentin Isabelle Ritter im Kurs produzierter Soundtrack zum Thema Atmosphäre.
Danke an alle Beteiligte und Andi Schoon und Martin Christ vom Y, dem Institut für Transdisziplinarität an der Hochschule der Künste Bern.
jochen, zuletzt bearbeitet am 25. April 2010 um 11:32
admin, zuletzt bearbeitet am 22. April 2010 um 16:13
admin, zuletzt bearbeitet am 22. April 2010 um 16:10
I. Medien der Vergemeinschaftung (Vorlesung)
Zentrale Begriffe der Soziologie und der Kulturanthropologie beschreiben das Soziale als Kollektiv von Menschen und zugleich auch als ein Medium – das Medium, in dem sich die Menschen gegenseitig erkennen und die Wirklichkeit als eine Welt erleben, die sie sich teilen. Die Vorlesung zeigt diesen Zusammenhang auf und erläutert ihn. Behandelt werden u. a. folgende sozialwissenschaftliche Begriffe als Konzeptualisierungen von Medien: Kultur (Malinowski, Lévi-Strauss), Habitus (Bourdieu), Diskurs (Foucault), symbolischer Gabentausch (Mauss), Netzwerk (Latour).
Arbeitsweise: Wöchentlich stattfindende zweistündige Vorlesung. Ziel: Die Studierenden sollen üben, sich auf den Vortrag zu konzentrieren, die Argumentation sowie die wesentlichen inhaltlichen Punkte zu erfassen und diese schriftlich festzuhalten.
Punkterwerb: Einreichung von drei ca. zweiseitigen Ergebnisprotokollen
II. Markierte Territorien. Soundeffekte im öffentlichen Raum
Im Zentrum des Seminars steht Murray Schafers Begriff des »Soundscape«. Zu seiner Erarbeitung werden deutsch- und englischsprachige Texte über die Klanglandschaften von Dörfern und von Einkaufszentren, über den Zusammenhang von Raum, Klang und Identität (etwa am Beispiel der Gebetsrufe der Muezzin), über Fangesänge und andere Klangmomente im Fußballstadion, sowie Auszüge aus Studien zum Walkmanhören und zur Klangkulisse des Autofahrens diskutiert.
Literatur zur Vorbereitung:
Michael Bull und Les Back (Hg.) 2003: The Auditory Culture Reader, Oxford und New York: Berg; R. Murray Schafer 1977: The Soundscape – Our Sonic Environment and the Tuning of the World, Vermont: Destiny Books
Arbeitsweise: vorbereitend: Lektüre ausgesuchter Studien; im Kurs: gemeinsame Diskussion (keine Referate)
Punkterwerb: Als Text ausgearbeitete, individuell parallel zum Kurs zu erarbeitende empirische Soundscape-Studie
III. Bausteine zu einer Soziologie des Hörens
Medien nicht an und für sich, sondern in Beziehung zu den sie nutzenden Rezipienten – den Publika der Medien – zu analysieren, ist mit dem Erfolg der britischen Cultural Studies zum Königsweg mediensoziologischer Analyse geworden. Das Seminar beschäftigt sich mit diesem Zusammenhang eingehend am Beispiel des Hörens.
Formen der Beziehung zwischen dem, was zu hören ist, und dem Subjekt des Hörens werden anhand von Studien aus dem Bereich der Popmusikforschung, der Filmwissenschaft (Michel Chion) und der poststrukturalistischen Kulturwissenschaft (Roland Barthes) erarbeitet.
Neben dem Nachvollziehen der Überlegung und Argumentation des jeweiligen Textes geht es darum, die theoretischen Grundlagen der einzelnen Studien herauszuarbeiten, sie zu reflektieren und anschließend zu überlegen, inwiefern und wie sich die verschiedenen Überlegungen aufeinander beziehen lassen – als Bausteine einer Soziologie des Hörens.
Literatur zur Vorbereitung:
Holger Schulze (Hg.) 2008: Sound Studies – Traditionen, Methoden, Desiderate, Bielefeld: Transcript
Arbeitsweise: Nach einführenden Seminarsitzungen selbständige, Individuelle Erarbeitung fünf ausgewählter Studien. Erarbeitung schriftlicher Exzerpte, die sich als ausführliche Abstracts des jeweiligen Textes lesen lassen. Abgabe der erarbeiteten Exzerpte / Abstracts via StudIP. Diskussion der Ergebnisse in der nur wenige Personen umfassenden Gruppe an fünf Terminen im Semester.
IV. Lektürekurs: Marrie Gillespie: Television, Ethnicity And Cultural Change.
admin, zuletzt bearbeitet am 22. April 2010 um 16:04