Vergemeinschaftung

Fußball in der Spätmoderne – Träger vielfältiger Bedeutungen und soziales Band? Eine ethnografische Studie

In der durch Individualisierung und Fragmentierung gekennzeichneten Kultur der Spätmoderne scheint sich auch der Fußball individualisiert und fragmentiert zu haben. Herausgelöst aus traditionellen Milieus und Wissensgemeinschaften, wie der Arbeiterkultur und einer patriarchalen Kultur im Allgemeinen, ergab die dem Forschungsprojekt vorausgehende Vorstudie, dass Fußball in der Gegenwartskultur zu einem Träger vielfältiger Bedeutungen geworden ist.
Das Forschungsprojekt fokussiert die Vielfalt der Bedeutungen und kontextualisiert sie in individuellen und kollektiven Wirklichkeitsmodellen, den lokalen Ontologien des Fantums.

Die Studie bearbeitet zwei Fragestellungen. Sie untersucht

(A) identitätsstiftende Aspekte des Fantums – zu diesem Zweck situiert die Studie Phänomene des Fußballfantums im Forschungsfeld zur Subjektivität in der Spätmoderne;
(B) die integrative Funktionen des Fußballs als einem sozialen Band der Spätmoderne, das durch die verschiedenenen Milieus zirkuliert  und diese miteinander verbindet.

Bearbeitet wird die Fragestellung im Rahmen einer ethnografischen Feldforschung unter Fans des SV Werder Bremen.

Zielsetzung der Studie (ausführlich)

Zwischenergebnis: Vortrag, gehalten am 11.5.2009 am Institut für Volkskunde / Europäische Ethnologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel:
Bonz_Fans-und-Fans_Vortrag-Kiel
Powerpointpräsentation_Fans-und-Fans_Vortrag-Kiel

Stand des Projektes: Ablehnung durch die DFG, Realisierung als Projekt mit Studierenden

(Siehe auch: Studierendenprojekte. Läuft gut!)

jochen, zuletzt bearbeitet am 26. Januar 2010 um 10:09

2 Kommentare »

  1. “Der Ball ist das Subjekt der Zirkulation, die Spieler sind nur Stationen und Ruhepunkte. [...]Der Ball ist dieses Quasi-Objekt, Quasi-Subjekt, durch das ich Subjekt bin, d.h. unterworfen, gefallen, heruntergezogen, niedergetreten, von oben nach unten geworfen, unterworfen, ausgestellt und dann plötzlich durch diese Stellvertretung ersetzt. [...] Beim Ballspiel lerne ich mehr über das Subjekt als in der cartesischen Kammer, in der doch gleichwohl einiges Todbringende umging.” (Michel Serres, Der Parasit, S.347-349)

    Comment von Matthias — 13. August 2007 @ 09:58
  2. Das kannte ich nicht. Danke! Aber: Serres meint die Spieler, nicht die Fans, oder?

    Comment von jochen — 13. August 2007 @ 19:12

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