“Hamburger Schule”
Unter dem Titel Tocotronic, Blumfeld etc. – Eine Rekonstruktion der Hamburger Schule aus der Sicht weiblicher Szene-Protagonisten arbeiten Juliane Rytz und ich im Zeitraum von Herbst 2009 bis Sommer 2010 im Rahmen des Projektstudiums an der Universität Bremen mit einer Gruppe von zwanzig Studierenden an einer ethnografischen Rekonstruktion der Hamburger Schule genannten Szene, wie sie zu Beginn und Mitte der 90er Jahre dort in Hamburg als im Alltag für die Protagonisten erlebbarer Lebens- und Arbeitszusammenhang bestand.
Was sie getan und was sie sich gewünscht haben, wie sie die Wirklichkeit sahen und inwiefern sie sie verändern wollten - mit Fragen dieser Art möchten wir Gespräche mit Frauen führen, die damals Teil dieses sozialen Gefüges waren.
Zunächst ging es darum, mit den Studierenden einen Eindruck von der Hamburger Schule zu erarbeiten. Die Sterne, Die Regierung, Huah!, Stella - für Anfang Zwanzigjährige sind das fremde Namen. Und wie klingt das? Und was haben die Berliner Lassie Singers damit zu tun? Und wer war L’age D’Or?
Darüber hinaus studierten wir wissenschaftliche Arbeiten, die über Mädchen und Frauen in der Popkultur vorliegen.
Am 22. Januar unternahm eine Gruppe von Studierenden mit Juliane Rytz und mir eine Exkursion nach Hamburg: Erwanderung einer Geografie der Hamburger Schule, bei Kältegraden. Der Weg führte, grob gesagt, von der Hafenstrasse über Talstrasse/Hamburger Berg zum ehemaligen Heinz Karmers Tanzcafe beim Millerntorstadion, weiter zum Schallplattenladen Smalville und von dort in das Schanzenviertel, zum ehemaligen Subito, Kir, Luxor. Dann: Heisse Schokolade im Saal 2. Für manche am Abend: Tocotronic live.
Im Sommersemster 2010 ist Johannes Springer als Lehrkraft in das Projekt eingestiegen.
Ziel des Projektes ist ein Band mit Interviews… mit Frauen aus der Hamburger Schule über die Welt, die diesen Namen trug. Ein Beitrag zur jüngeren Kulturgeschichte.
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